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Netzwerk-Know-how: das Verlegekabel

Was ist eigentlich ein Verlegekabel? Oder worin liegt genau der Unterschied zu einem herkömmlichen Netzwerkkabel (Patchkabel)? In unserem Netzwerk-Guide nehmen wir in diesem Beitrag das Verlegekabel etwas genauer unter die Lupe.

Verlegekabel – Grundgerüst unserer Netzwerkinfrastruktur

Verlegekabel bilden das Grundgerüst unserer Netzwerkinfrastruktur und sind elementarer Bestandteil jedes Firmen- oder Heimnetzwerks. Diese Art von Patchkabel eignet sich besonders für die langfristige Installation und verläuft in aller Regel hinter Wänden oder in Kabeltunneln bis zur Netzwerkdose. Im Gegensatz zu herkömmlichen Netzwerkkabeln ist das Verlegekabel also fest verbaut und nicht für ein spontanes Umstecken vorgesehen. Ein Verlegekabel wird in der Regel mit einem Patchpanel oder auch direkt mit einer Netzwerkdose verbunden. An das Patchpanel (auch Rangierfelder genannt), das der strukturierten Netzwerkverkabelung dient, können dann alle möglichen Netzwerkkomponenten angeschlossene werden.

Verlegekabel

Das Verlegekabel kommt ohne Netzwerkstecker

Eine weitere Besonderheit: Verlegekabel sind nicht vorkonfektioniert, das bedeutetet, dass sie komplett „nackt“ ohne Netzwerkstecker ausgeliefert werden. Damit sind sie nicht sofort einsatzbereit. Ohne eine manuelle Anpassung kann man mit diesem Kabel also nicht wirklich viel anfangen. Um es dennoch nutzen zu können, müssen also zuerst einmal die einzelnen Aderpaare des Verlegekabels mithilfe von Netzwerkwerkzeugen mit einem Patchpanel, einer Netzwerkdose oder einem RJ45-Netzwerkstecker verbunden werden. Dieser Vorgang nennt sich „Crimpen“.

Für langfristige Installationen und den Aufbau großer Firmennetzwerke geeignet

Verlegekabel weisen eine dickere Kabelbreite sowie eine stabilere Isolation aus Kunststoff auf, die Kabeladern sind mit 0,5 bis 0,85 Zentimetern ebenfalls etwas breiter. Durch ihre niedrige Dämpfung geben Verlegekabel ihre Signale auch über weitere Stecken bzw. mit zunehmender Länge mit verhältnismäßig geringen Qualitätseinbußen weiter. Verlegekabel eignen sich deshalb perfekt für den Aufbau einer Büronetzwerkeinrichtung und werden bei der langfristigen Verlegung von Netzwerkinfrastruktur eingesetzt. Man bekommt sie in der Regel nicht zu Gesicht, da sie hinter den Wänden verlaufen.

Toll erklärt: der YouTuber Ligawo stellt ausführlich die Eigenschaften von Verlegekabel dar.

Was zeichnet ein qualitativ hochwertiges Verlegekabel aus?

Die Qualität eines Verlegekabels wird maßgeblich durch dessen Abschirmung bestimmt. Je besser die Abschirmung ist, umso schneller und weniger störanfällig können Daten im Netzwerk übertragen werden. Der Art der Abschirmung kommt insbesondere bei großen Netzwerkinstallationen ein ganz besonderer Stellenwert zu. Denn hier verlaufen die Verlegekabel in Kabeltunneln teilweise mehrere hundert Meter. Ist die Abschirmung schlecht, nimmt das Übertragungssignal mit der zurückgelegten Entfernung ab.

Der aktuell gängige Standard ist CAT 7(a) & 1.000 Mhz

CAT 7(a) ist aktuell der gängige Standard für Verlegekabel. Mit einem CAT7(a)  1.000 Megahertz Kabel lässt sich ein zukunftssicheres 10-Gigabit-Ethernet Netzwerk aufbauen. Sämtliche Kabel der CAT-7-Kategorie verfügen über vier separat abgeschirmte Aderpaare in einer gesamten Abschirmung. Hierdurch ist das Kabel nahezu vollständig von Nebensignalen abgeschirmt. Noch schneller ist der neue Standard CAT 8. Allerdings können diese Kabel nur auf kürzere Distanzen eingesetzt werden.

Outdoor-Kabel

Falls Sie eine Außeninstallation planen, müssen Sie darauf achten, dass Ihr Kabel auch Outdoor tauglich ist. Denn für den Außeneinsatz muss das Kabel wasserresistent, sowie UV- und temperaturbeständig sein. Mit speziellen Leerrohren lassen sich allerdings auch Indoor-Verlegekabel draußen im Freien verlegen.

Die Kabeltrommel kann die Installation vereinfachen

Die teils mehrere hundert Meter langen Verlegekabel werden auf einer Kabeltrommel auf- und abgerollt. In aller Regel werden sie bereits auf der Trommel ausgeliefert. Ist dies allerdings nicht der Fall, gestaltet sich das Verlegen schwierig. Eine stabile Kabeltrommel, die gut zu handeln ist, kann die Installation daher erleichtern.

Biegeradien – ein wenig Flexibilität beim Verlegen

Der Biegeradius sagt aus, wie stark das Verlegekabel gebogen werden darf, ohne dabei Schaden zu nehmen. Wie eingangs erwähnt, sind Verlegekabel wesentlich steifer als herkömmliche Patchkabel. Das ist unter anderem auf ihre bessere Abschirmung und Isolierung zurückzuführen. Ein zu starres Kabel kann beim Verlegen jedoch unter Umständen zu Problemen führen. Eine gewisse Biegsamkeit kann also die Flexibilität bei der Installation erhöhen.

PoE-Stromversorgung

PoE steht für Power over Ethernet und beschreibt die Stromversorgung bestimmter Netzwerkkomponenten via Netzwerkkabel. Hierbei sollte allerdings auch eine mögliche Wärmeentwicklung berücksichtigt werden, da sich stromführende Netzwerkkabel tendenzielle eher erwärmen können. Dies kann insbesondere der Fall sein, wenn mehrere Verlegekabel zusammen neben- und übereinander in sehr engen Kabelschächten verlaufen.

Hallogenfreie Verlegekabel

Standardmäßig besteht die Isolationshülle von Patchkabeln aus PVC (Polyvinylchlorid). Im Falle eines Brandes kann dieses günstige Material allerdings höchst problematisch sein, da es sehr schnell entflammt. Zudem setzt PVC im Brandfall giftige Gase frei, die Menschen und Einrichtung schädigen können. Um dies zu verhindern, werden in Büros und öffentlichen Einrichtungen hallogenfreie Kabel eingesetzt. Diverse Vorschriften fordern sogar die Verwendung von hallogenfreien Kabeln. 

Verlegekabel nach Länge

Mithilfe von Verlegekabeln lassen sich riesige Netzwerke in nahezu jeder beliebigen Größe aufbauen und erweitern.

100 Meter

250 Meter

500 Meter

1.000 Meter

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