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Gehäusekühlung – der Weg zum Silent System 

Dein neuer PC soll beim Zocken oder Arbeiten keine störenden Geräusche von sich geben? Dann solltest du die Gehäusekühlung vor dem Kauf genauer unter die Lupe nehmen. Aber auch, wenn dich Lüftergeräusche nicht stören, ist es wichtig, beim Zusammenstellen eines PCs darauf achten, dass dein verwendetes Kühlsystem optimal auf die Leistung abgestimmt ist.

Wozu überhaupt ein Kühlsystem im Gehäuse? 

Jeder neu erworbene Standard-Computer besitzt bereits ein Kühlsystem, überwiegend basiert dieses auf Lüftern und wärmeableitenden Materialien. Die integrierten Kühler sind gut auf das jeweilige PC-System abgestimmt und kühlen den Prozessor und Grafikkarten meist zuverlässig. Bei vorkonfigurierten Computern muss man sich also in aller Regel keine Gedanken über eine mögliche Überhitzung des Prozessors machen. Allerdings sind in vielen Einsteiger-PCs auch vermehrt sehr günstige Kühler verbaut. Der Nachteil derartiger Kühlsysteme ist eine störende Lärmentwicklung. Auch bei sehr hohen Umgebungstemperaturen kann es bei günstigen Kühlern zu Problemen kommen. Wenn du dich also sehr an den Geräuschen deines Lüfters störst, kannst du über den Kauf eines leiseren Modells nachdenken. 

Gehäusekühlung

Systemmodifikationen und Gehäusekühlung

Etwas anders sieht es hingegen aus, wenn du dir deinen PC selbst zusammenstellen möchtest oder du an deinem bestehenden System des Öfteren Komponenten austauschst und hinzufügst. Hierdurch können sich im Betrieb die thermischen Gegebenheiten innerhalb des PCGehäuses maßgeblich verändern. So könnte es passieren, dass ein bereits verbauter Kühler nicht mehr ausreicht, um das abgeänderte System zuverlässig zu kühlen. Werden leistungsfähigere Geräte eingebaut, erhöht das die Hitzeentwicklung. 

So installierst du einen Gehäuselüfter:

Ist dein Gehäuse überhitzt? 

Der Prozessor sollte die 50-Grad-Marke möglichst nicht übersteigen. Doch wie stellt man fest, ob Komponenten innerhalb des Gehäuses überhitzt sind? Schlimmstenfalls schaltet sich der PC bei Überhitzung automatisch aus, zuletzt genutzte Daten könnten dabei verloren gehen. Damit dieser Fall nicht eintreten kann, kannst du dir mit bestimmten Programmen die aktuelle Temperatur anzeigen lassen. Mit Tools wie HWMonitor oder MSI Afterburner kannst du die Temperaturen des Prozessors, der Grafikkarte, den Festplatten und des Mainboards anzeigen lassen. Am besten misst man die Temperatur in verschiedenen Anwendungsszenarien. Eine solche Analyse kann Aufschluss darüber geben, ob und welche Gehäusekühlung benötigt wird. 

Störfaktoren beim Kühlbetrieb vermeiden 

Folgende Faktoren behindern die korrekte Gehäusekühlung:

  • Technische Defekte 
  • Platzierung des Gehäuses direkt an der Wand 
  • Platzierung des Gehäuses in Nähe von Wärmequellen (Heizung, sehr warme Räume) 
  • Direkte Sonneneinstrahlung 
  • Staub und Schmutz im Lüfter 
  • Verpasste Wartung der Wasserkühlanlage 
  • Sehr enge Gehäuse 
  • Falsche Montage/Platzierung des Lüfters 

Was man vor dem Kauf beachten sollte 

Um überhaupt zu wissen, welchen Kühler du für dein Gehäuse verwenden kannst, musst du zuerst einmal den Formfaktor deines Gehäuses kennen. Hast du diesen identifiziert, solltest überprüfen, wie viel Platz dein Computergehäuse bietet beziehungsweise wie viele Anschlüsse es für Kühlsysteme bereitstellt. Kühler können nämlich auch ganz schön groß sein und passen dann nicht in jeden Gehäusetyp. Gängige Größen von Gehäuselüftern sind 120mm oder 140mm (Durchmesser der Rotoren). Auch die Montage des Kühlers ist von Bedeutung. Bei größeren Kühlern kann es teilweise notwendig werden, das komplette Mainboard auszubauen. 

Kühlleistung sollte immer auf die Systemleistung abgestimmt sein

Bestenfalls sollte ein leistungsfähiger Lüfter eine Drehzahl von bis zu 2.000 U/min erreichen, um dein System auch bei ausgedehnten Gaming-Sessions zuverlässig zu kühlen. Des Weiteren sollte man auf den vom Hersteller angegebenen TDP-Wert (thermische Verlustleistung) des Prozessors achten. Das Wichtigste ist, dass die Kühlleistung der jeweiligen Hardware gerecht wird und die Kompatibilität zwischen CPU/Mainboard und dem Kühlsystem gegeben ist. Durch den Einbau von Lüftern an unterschiedlichen Stellen im Gehäuse kannst du den Luftstrom (Airflow) zielgerichtet beeinflussen. Leistungsstarke Computer benötigen auch leistungsstarke Kühlsysteme wohingegen einfache Office-PCs in Sachen Kühlung meist genügsamer sind.

So machst du deinen lauten PC leise:

Silent Systeme – mucksmäuschenstill und dennoch leistungsstark 

In vielen Gehäusen sind bereits Lüfter vorinstalliert – dieses entsprechen jedoch nur in den seltensten Fällen den Anforderungen an ein Silent System. Besonders in günstigen Einsteiger-Gehäusen arbeiten die Lüfter häufig recht laut. Vor einem Kauf lohnt sich hier also ein genauer Blick auf das Datenblatt der verbauten Lüfter. Hier wird die maximale Geräuschentwicklung in Dezibel angegeben. Das Lüftergeräusch setzt sich aus dem Motorgeräusch und dem Strömungsgeräusch der Luft zusammen. Das Strömungsgeräusch der Luft wird maßgeblich von der Drehzahl des Lüfters bestimmt. Bei einer Drehzahl unterhalb 400 Umdrehungen ist der Lüfter bei geschlossenem Gehäuse so gut wie nicht hörbar. 

So passt du die Lüfterkurve perfekt an:

Technische Lautstärke in Dezibel 
Lautstärke  Erklärung 
0 dB  Hörschwelle bei 2 kHz Frequenz 
10 dB  Blätterrauschenleises Atmen 
20 – 30 dB  Sehr ruhiges Zimmer 
40 – 60 dB  Normale Unterhaltung 
60 dB  Fernseher auf Zimmerlautstärke 

Lüfter, die auch unter Volllast nicht lauter als 30-40 Dezibel werden, eignen sich für Silent Systeme. Ein Experte für solche Silen Gehäuse ist be quie!. Dieser Hersteller hat es sich zur Aufgabe gemacht, Gehäuse, Lüfter, Wasserkühlungen und Netzteile zu entwickeln, die geräuscharm oder völlig lautlos arbeiten.  

Systemseitige Drehzahlregulierung als einfache erste Maßnahme

Auch eine Lüftersteuerung über das BIOS oder Herstellersoftware kann bei störender Geräuschkulisse Abhilfe schaffen, da auf diese Weise die Drehzahlen des Lüfters reguliert werden kann. Volle Auslastung ist nämlich nicht immer notwendig – beim Gaming und ressourcenintensiven Anwendungen in der Regel allerdings schon. Daher kommt die Reduzierung der Drehzahl eher für Systeme infrage, die nicht auf maximale Performance ausgerichtet sind.  

Gehäusedämmung mit Dämm-Sets

Ist dein Gehäuse ab Werk nicht gedämmt, kannst du es mithilfe sogenannter Dämm-Sets relativ einfach nachrüsten, um Geräusche zu reduzieren. Dies geschieht mit selbstklebenden (und in der Regel bereits passend zugeschnittenen) Dämm-Matten, die nach Anleitung im Gehäuseinneren angebracht werden.  

Videoquelle: Hardware Canucks

Luftkühler oder Wasserkühlung? 

Die Standardmethode, um PC-Hardware zu kühlen, ist die Gehäusekühlung durch Luft. Dies geschieht ähnlich wie bei einem Ventilator: der rotierende Lüfter pustet kühlende Luft zum entsprechenden Bauteil. Bei Lüftern ist es wichtig darauf zu achten, wie groß der Durchmesser und wie schnell die Drehzahlen sind. Mit der Drehzahl erhöht sich allerdings auch der Geräuschpegel des Lüfters. Daher sind Lüfter zu empfehlen, die sich der Wärmeentwicklung anpassen können. Wird wenig Leistung abverlangt, so dreht der Lüfter gar nicht oder nur langsam, steigt die Rechenleistung erhöht sich auch die Drehgeschwindigkeit automatisch. Das reduziert störende Geräusche und senkt die Stromkosten.  Sogenannte Heatpipes (Wärmerohre aus Kupfer) helfen dabei, die erzeugte Wärme von den wichtigsten internen Komponenten wie dem Mainboard wegzuführen und dadurch gezielt diese Abwärme in die Gehäuseventilatoren abzugeben. Diese Heatpipes sind bevorzugt in Luftkühlungen vorhanden. In Wasserkühlungen dagegen werden sogenannte Umwälzpumpen benötigt, die das Wasser in einen Kreislauf drängen, damit sie die Wärme abtransportieren können.  

Wasserkühlsysteme

Bei der Wasserkühlung wird die Wärme durch einen Wasserkreislauf vom Prozessor/Mainboard abgeleitet. Die abgeleitete Wärme wird durch einen Kühlkörper heruntergekühlt und schließlich im Kreislaufsystem wieder zur Kühlung an den Prozessor gepumpt. Die Wasserkühlung gilt als besonders geräuscharm und leistungsstark. Sie erfreut sich großer Beliebtheit bei Gamern, hat jedoch auch ihren Preis. Es sei allerdings gesagt, dass vor allem auch die günstigeren Wasserkühlungen unter bestimmten Bedingungen (z. B. durch Schwingungen im Gehäuseinneren) auch Geräusche erzeugen können. Zudem müssen die meisten Modelle in bestimmten Abständen gewartet werden.

Luftkühlung vs. Wasserkühlung: Zenchillis Hardware Reviews erklärt die Vor- und Nachteile:

Die Spezialisten im Bereich Gehäusekühlung und Silent Systemen

Diese Hersteller haben sich auf Kühlsysteme spezialisiert, die das Gehäuse  effektiv kühlen und zugleich mit einem nahezu lautlosen Betrieb begeistern.

bequiet!

be quiet! – der Name des bekannten Premiumherstellers ist Programm und steht für ein Portfolio an Komponenten, die es dem Nutzer ermöglichen, höchst potente Silent-Systeme aufzubauen. be quiet! bietet Gehäuse, Lüfter und Netzteile für Desktop-PCs. Besonderen Wert legt be quiet! auf Produktqualität und Liebe zum Detail.

Cooler Master

Auch der Name des taiwanesischen Herstellers Cooler Master lässt bereits erahnen, dass ein Schwerpunkt des Portfolios auf leistungsfähigen Kühlsystemen liegt. Dabei sind die Kühllösungen von Cooler Master auch insbesondere in der Modding-Szene gefragt, da sich mit den effizienten Komponenten besonders leistungsfähige Gaming-PCs aufbauen lassen. Neben Kühlsystemen, Gehäusen und Netzteilen, bietet Cooler Master auch Gaming-Peripherie und Business Solutions an.

Zusammenfassung

Die richtige Auswahl der Gehäusekühlung ist sehr wichtig, wenn man sich selbst einen Computer zusammenstellen möchte. Man sollte beim Kauf eines neuen Kühlsystems Wert auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kühlleistung und Geräuschentwicklung legen. Wer sich an diesen Geräuschen nicht allzu sehr stört, der kann sich auch nach günstigeren Modellen umsehen, die kompatibel zum jeweiligen System sind. Interessante Optionen können auch die allgemeinen semi-passiven Gehäusekühlung und Hybridkühlungen sein. Wird nur sehr wenig Rechenpower benötigt, zum Beispiel bei reinen Office-Arbeiten, kann in bestimmten Gehäusen auch eine passive Gehäusekühlung  zum Einsatz kommen. Komplett passive Kühlsysteme kommen immer häufiger in schlanken Notebooks zum Einsatz. Wer einen völlig lautlosen Betrieb wünscht, sollte die Komponenten für das Silent System sorgfältig aussuchen und sich dabei an den Herstellangaben orientieren.

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